Eine vollgesaugte Zecke.

Vorsicht Zecken – Was man gegen die leidigen Biester machen kann

Blutsaugende Parasiten!

Zecken sind zu einer ernstzunehmenden Plage geworden. Die Plagegeister finden sich überall an Wald- und Wiesenrändern, auf Lichtungen und mehr. Die feuchtwarmen Temperaturen tragen zusätzlich zu ihrer Verbreitung bei. Vor allem bei einem Waldspaziergang setzt Du Deinen Hund und Dich selbst den Risiken eines Zeckenbisses aus.

Waldspaziergang_Zecken_Gefahr.
Die kleinen Blutsauger lauern vor allem auf hohen Gräsern auf vorbeikommende Wirte. Hunde sind besonders willkommene Opfer


Zecken sind gefährliche Krankheitsüberträger

Dass Zecken gefährliche Krankheiten, wie zum Beispiel die Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) und Borreliose, auf den Menschen übertragen ist bekannt. Was viele nicht wissen: Auch ihre Hunde sind betroffen und können schwer krank werden.

Krankheiten, die von Zecken auf den Hund übertragen werden:

  • Borreliose: Zeigt sich zu Beginn durch Appetitlosigkeit und Mattigkeit. Eine Erkrankung wird oft erst spät erkannt, so dass eine AntibiotikaBehandlung oft nicht mehr den gewünschten Erfolg zeigt.
  • Anaplasmose: Zeigt sich zu Beginn durch Müdigkeit und Lustlosigkeit. Häufig kommt es auch zu Fressunlust, Gewichtsverlust und verstärktem Durst. Eine rechtzeitig einsetzende Antibiotika-Behandlung kann helfen.
  • Ehrlichiose: Zeigt sich zu Beginn durch ständig wiederkehrendes, hohes Fieber zusammen mit Nasenausfluss, Erbrechen und Atemnot.
  • Babesiose: Zeigt sich zu Beginn durch sehr hohes, schubartiges Fieber. Weil die roten Blutkörperchen zerstört und abgebaut werden, ist der Urin oft dunkelbraun. Eine Babesiose wird mit sogenannten Antiprotozoika – Mitteln, die einzellige Parasiten bekämpen – behandelt.
  • FSME: Zeigt sich zu Beginn durch Fieber, Schwindel und Muskelzittern. Die Krankheit ist beim Hund zwar eher selten, verläuft aber meist schwer und endet mit dem Tod des Tieres. Eine Impfung ist nicht möglich. Therapien beschränken sich auf eine reine Behandlung der Symptome.


Wie kann ich feststellen, ob mein Hund von einer Zecke infiziert wurde?

Zecke nach einer Blutmahlzeit
Beim Saugen legt eine Zecke um das bis zu 200-fache ihres Gewichtes zu. Je länger eine Zecke saugt, desto höher das Erkrankungsrisiko


Besteht der Verdacht auf eine Borreliose kann ein Schnelltest Gewissheit verschaffen. So genannte C6-Antikörpertests können zwischen einer akuten Infektion und einem Antikörperspiegel durch eine Borreliose-Impfung unterscheiden. Generell sollte man so schnell wie möglich einen Tierarzt aufsuchen, wenn man die Vermutung hat, dass Freund Hund von einer infizierten Zecke gebissen wurde, denn in den meisten Fällen kann nur eine intensive Antibiotika-Therapie massive Spätfolgen verhindern.


So kannst Du Deinen Hund vor Zeckenbissen schützen!

Auch Murphy mag keine Zecken
Murphy hat verstanden, wie wichtig es ist, Zecken schnell zu entfernen. Wenn Frauchen ruft kommt er sofort.


Bei Infektionen durch einen Zeckenbiss ist es besonders wichtig, dass eine Therapie so schnell wie möglich einsetzt. Denn wenn die Krankheit schleichend verläuft oder schon weiter fortgeschritten ist, ist eine Behandlung oft nicht mehr erfolgreich. In der Folge drohen Spätschäden und chronisch wiederkehrende Beschwerden bis zum Tod.

Die ständige Impfkommission für Tiermedizin (StIko Vet.) empfiehlt Tierhaltern deswegen folgende Maßnahmen:

  • Impfung gegen Borreliose für Hunde!
  • Regelmässiger und vor allem konsequenter Einsatz von Zeckenschutzmitteln!
  • Tägliches Absammeln und Entfernen der Zecken!

Nachteil: Die empfohlenen Zeckenabwehrmittel, insbesondere die sogenannten Spot-on Produkte, sind chemischer Natur und damit Gift für den Hundeorganismus. Viele Hunde zeigen überempfindliche Reaktionen und ihre Besitzer haben nicht ohne Grund das Gefühl, dass sie den Teufel mit dem Belzebub austreiben. Hinzu kommt, dass sich die Parasiten zunehmend resistenter gegen die chemischen Keulen zeigen und eine Borreliose-Impfung bei bereits infizierten Hunden zu schweren Nebenwirkungen führen kann.


Alternative Zecken-Abwehrmittel

Die Reihe der Abwehrmittel reicht von Bernsteinketten über Homöopathische Mittel bis hin zu Knoblauch und Co. Vorweg gesagt: Wissenschaftlich verlässliche Studien zu natürlichen Zecken-Abwehrmitteln existieren bisher nicht. Aber dank vieler Erfahrungsberichte gibt es erkennbare Tendenzen.

Wir stellen Euch fünf Mittel vor:

  • Bierhefe: Hundehalter, die Bierhefe füttern, berichten von einem deutlichen Rückgang des Zeckenbefalls. Vermutet wird, dass Zecken den Geruch der in Bierhefe enthaltenen B-Vitamine nicht mögen und die Tiere aus diesem Grund meiden. Bierhefe ist zudem eine natürliche Nährstoffquelle, die Zink und Biotin enthält und damit zu einer Aktivierung des Stoffwechsel und der Zellregeneration der Haut beiträgt. 
  • Kokosöl: In Studien am Menschen wurde bereits nachgewiesen, das Kokosöl auf Zecken äußerst unattraktiv wirkt und sie den Kontakt meiden bzw. sich meist sofort wieder fallen lassen. Verantwortlich ist die im Kokosöl enthaltene Laurinsäure. Aufgrund der Konsistenz ist das Öl allerdings nur für Hunde mit einem kurzhaarigen Fell geeignet.
  • Kieselgur: Kieselgur-Pulver wird nachweislich erfolgreich in der Geflügelhaltung gegen die Rote Vogelmilbe eingesetzt. Dank der physikalischen Wirkung werden die Insekten einfach ausgetrocknet. Hundehalter, die ihre Lieblinge in den Sommermonaten regelmäßig mit Kieselgur-Pulver einpudern, berichten von einem starken Rückgang des Zeckenbefalls.
  • Zistrose: Das im Mittelmeerraum heimische Strauchgewächs erfreut sich seit einigen Jahren der Wiederentdeckung. Auszügen der Grauhaarigen Zistrose wird eine heilende Wirkung bei Viren, Bakterien und Pilzinfektionen nachgesagt. Es gibt Erfahrungsberichte nach denen Hunde, die mit Zistrose-Präparaten behandelt wurden, deutlich weniger befallen wurden und sich vorhandene Zecken leichter entfernen ließen. Borreliose-Patienten berichten von einer deutlichen Verbesserung ihrer Beschwerden.
  • Icaridin und Nelkenblätteröl: Insekten mögen weder den Duft von Icaridin, noch von Nelkenblätteröl. Sie werden förmlich in die Flucht getrieben. IdaPlus ZeckenFrei enthält Icaridin, Orangenölextrakt und Nelkenblätteröl. Die Mischung wird von Parasiten, wie z. B. Zecken, Grasmilben, Flöhe, Mücken und Co über den Geruchssinn wahrgenommen und hält die Lästlinge so vom Hund fern, ohne sie abzutöten. Ein weiterer Pluspunkt: Zeckenfrei wird in einer handlichen Spray-Flasche geliefert und bietet eine einfache Anwendung durch schnelles Aufsprühen vor dem Aufenthalt im Freien.

Übrigens: Das Zecken von Bäumen fallen, ist ein weit verbreiteter Irrtum. Bevorzugt lauern sie auf hohen Gräsern und niedrigen Zweigen.

Kommt gut und möglichst „Zeckenfrei“ durchs Jahr!

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