Hilfe für Igel

Herbstzeit ist Igelzeit und man sieht die kleinen Gesellen an vielen Orten herumstreifen. Doch woran erkennt man, wann ein Igel Hilfe braucht und wie kann man am besten helfen?

Auf der Suche nach Nahrung sieht man die stacheligen Gartenbewohner im Herbst besonders umtriebig durch die Gegend streifen. Die nachtaktiven Tiere müssen die verbleibende Zeit bis zum Wintereinbruch nutzen, um sich den notwendigen Fettvorrat für den Winterschlaf anzufressen. Das gilt für Jungigel ebenso, wie für erwachsene Igel. Auch werden im September noch Igeljunge geboren, die ordentlich Gewicht zulegen müssen, um gut durch den Winter zu kommen.  Wir haben ein paar Tipps zusammengestellt, die Euch helfen, kranke und hilfsbedürftige Igel von ihren gesunden Artgenossen zu unterscheiden.

Igel sind nachtaktiv. Begegnet man ihnen tagsüber, kann das ein erstes Krankheitsanzeichen sein.
Igel sind nachtaktiv. Begegnet man ihnen tagsüber, kann das ein erstes Krankheitsanzeichen sein.

Krankheitsanzeichen

  • tagaktiv
  • sichtbar abgemagert
  • röcheln oder husten
  • hinken
  • sichtbare Verletzungen
  • übermässiger Zecken- oder Flohbefall
  • Befall mit Fliegeneiern oder Fliegenmaden
  • breiiger, dünnflüssiger Kot

Habt Ihr den Verdacht, dass ein Igel krank oder verletzt ist, könnt Ihr ihn mit dicken Handschuhen oder einem Tuch vorsichtig aufnehmen und in der Hand auf den Rücken drehen. 

Dieser Jungigel rollt sich in der Hand nicht komplett ein. Zudem sind seine Stacheln noch so weich, dass unsere Kollegin Alex ihn mit bloßen Händen anfassen kann. Anzeichen dafür, dass der kleine Kerl ohne Hilfe den Winter nicht überleben würde.
Dieser Jungigel rollt sich in der Hand nicht komplett ein. Zudem sind seine Stacheln noch so weich, dass unsere Kollegin Alex ihn mit bloßen Händen anfassen kann. Anzeichen dafür, dass der kleine Kerl ohne Hilfe den Winter nicht überleben würde.

Weitere Krankheitsanzeichen:

  • Ein verminderter Einrollmechanismus. Der Igel macht bei Berührung oder in Eurer Hand keine klassische Igelkugel.
  • Der Bauch des Igels fühlt sich deutlich kälter an, als Eure Hand.

Wenn Ihr unsicher seid, ob dem Igel etwas fehlt, dann solltet Ihr Euch an die Wildtierhilfe oder an eine Igelstation wenden. Entsprechende Adressen findet Ihr am Ende dieses Artikels. Ist das nicht möglich, könnt Ihr den Igel ausnahmsweise für eine Nacht mit nach Hause nehmen und ihm Katzenfutter und frisches Trinkwasser anbieten.

Sichere Krankheitsanzeichen:  

  • Fehlender Appetit – Katzenfutter und Wasser werden über Nacht nicht angerührt.
  • Fehlende nächtliche Aktivität des kleinen Hausgastes.
Der Mehlwurm ist für diesen Igel völlig uninteressant. Sichtbares Zeichen dafür, dass es ihm nicht 100%ig gut geht.
Der Mehlwurm ist für diesen Igel völlig uninteressant. Sichtbares Zeichen dafür, dass es ihm nicht 100%ig gut geht.

Keine Milch!

Igel haben eine Laktoseintoleranz und können Milchzucker weder abbauen noch verdauen. Stattdessen bekommen sie von Milch und Milchprodukten Durchfall, der bis zum Tod führen kann!

Offensichtlich kranke und sichtbar verletzte Igel!

Immer umgehend zum Tierarzt oder zur nächstgelegenen Igelhilfe bringen!

Winterschlaf!

Männliche Igel fallen normalerweise bei durchgehend 5° Celsius in den Winterschlaf. Weibchen etwas später, denn sie müssen nach der Aufzucht der Jungen ihre Energiereserven noch auffüllen!

Das richtige Gewicht!

Ein junger Igel sollte mindestens 500 bis 600 Gramm schwer sein, bevor er den Winterschlaf antritt. Ausgewachsene Igel sollten um die 1.000 Gramm auf die Waage bringen. Weisen die stacheligen Gesellen ein entsprechendes Gewicht auf und zeigt das Thermometer schon seit einigen Tagen Temperaturen um die 5° Celsius oder weniger an, dann solltet Ihr nicht mehr füttern. Denn der Mangel an Nahrung ist für die Igel ein weiteres Zeichen, dass es Zeit für den Winterschlaf wird. Frisches Trinkwasser solltet Ihr trotzdem ganzjährig immer wieder anbieten!

Temperaturschwankungen!

Hat es über einige Tage wieder mehr als 10° Celsius, dann wachen Igel wieder auf. In dieser Zeit dürfen sie dann auch gern noch mal gefüttert werden. Achtet darauf, dass Ihr auch wirklich einen Igel und nicht die Nachbarskatze füttert!

Susan (links) und Alex bringen der Igelhilfe in Kellinghusen ein paar unserer leckeren Ida♡Plus Edel Mehlwürmer vorbei :-)
Das IdaPlus Team bringt der Igelhilfe in Kellinghusen ein paar unserer leckeren Ida♡Plus Edel Mehlwürmer vorbei 🙂

Fütterungs-Tipps!

Fett und Eiweißreiches Futter ist prima. Besonders geeignet sind Katzenfutter, ungewürzte gekochte Eier, ungewürztes angebratenes Hackfleisch und gekochtes ungewürztes Geflügelfleisch. Igeltrockenfutter als Alleinfutter ist ungeeignet, weil es zu viele Kohlenhydrate enthält. Insekten und lebende Mehlwürmer sind super für gesunde Igel. Für kranke Tiere sind sie weniger geeignet, weil sie häufig Parasiten übertragen und die Tiere so noch mehr schwächen könnten. Eine Ausnahme bilden getrocknete Mehlwürmer. Sie lassen sich prima unter das Futter mischen! Das Futter sollte Zimmertemperatur haben und mit Beginn der Dämmerung gefüttert werden. Achtet darauf, dass immer auch ausreichend frisches Trinkwasser vorhanden ist. Außerdem solltet Ihr Trink- und Futterschalen täglich mit heißem Wasser ausspülen!

Rezepte:

Ansprechpartner für praktische Igelhilfe in Deiner Nähe finden!

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