Borreliose beim Hund

Borreliose beim Hund


Die Borreliose, auch Lyme-Krankheit genannt, ist eine bakterielle Infektionskrankheit, die durch Zecken übertragen wird.

Die spiralförmigen Bakterien, die dabei übertragen werden, sind die sogenannten Borrelien.

In Deutschland ist die Borreliose die häufigste durch Zecken übertragene Krankheit, denn im Durchschnitt trägt jede dritte Zecke Borrelien in sich. Aber nicht jede Infektion bedeutet auch automatisch, dass der Hund an Borreliose erkrankt.

Neben Hunden können übrigens auch Katzen, Pferde und Menschen erkranken.

Wir zeigen dir, wie die Borreliose übertragen wird, welche Krankheitsanzeichen auftreten und wie sie behandelt wird.

Inhaltsverzeichnis:
Wie wird Borreliose übertragen?
Die Symptome/ Krankheitsanzeichen einer Borreliose
Diagnosemöglichkeiten
Behandlungsmöglichkeiten
Wie schütze ich meinen Hund gegen Borreliose?
Wie entferne ich eine Zecke richtig?
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Wie wird Borreliose übertragen?

Infizierte Zecken tragen die Bakterien in ihrem Darm und übertragen diese beim Saugakt. Sobald ein neues Opfer gefunden und gestochen wurde, wandern die Borrelien vom Darm zum Stechrüssel und werden dann beim Saugen übertragen. Da dieser Vorgang mindestens 16 Stunden dauert, ist das rasche Entfernen der Zecke unheimlich wichtig und senkt das Infektionsrisiko deutlich.

Die Symptome/ Krankheitsanzeichen einer Borreliose

Die Borreliose als solches genau zu erkennen ist oftmals nicht ganz einfach. Das liegt zum einen daran, dass die Symptome nicht direkt nach dem Zeckenstich auftreten, sondern erst nach 2-5 Monaten und manchmal sogar noch später. Außerdem sind die Krankheitsanzeichen in den allermeisten Fällen recht unspezifisch.

Ein Hund mit Borreliose könnte unter Folgendem leiden:

  • Fieber
  • Appetitlosigkeit
  • Apathie (Teilnahmslosigkeit)
  • Lymphknotenschwellung
  • Lahmheiten (Humpeln)
  • Gelenkschwellung, warme Gelenke
  • neurologische Ausfallserscheinungen, wie Lähmungen

Beim Menschen kommt es nach einem Zeckenstich an der Eintrittsstelle zu einer Hautrötung (Erythema migrans), sie gilt als charakteristisches Erkennungsmerkmal der Borreliose. Beim Hund fehlt diese.
Aber auch beim Hund kann einige Tage nach dem Stich eine leichte Rötung erkennbar sein. Jedoch wird diese wegen dem Fell oft übersehen. Manchmal hat man als Besitzer auch gar nicht gemerkt, dass der Hund von einer Zecke gestochen wurde.

Diagnosemöglichkeiten

Um die Lyme-Krankheit zu diagnostizieren bedarf es manchmal detektivischer Arbeit. Denn, wie gesagt, sind die Krankheitsanzeichen häufig sehr unspezifisch und treten erst Monate nach dem Zeckenstich auf.

Ein Verdacht auf Borreliose liegt vor, wenn der Hund mehrere typische Krankheitsanzeichen aufweist und gleichzeitig von einer Zecke gestochen wurde.

Daraufhin wird eine Blutuntersuchung durchgeführt und auf Antikörper hin untersucht. Antikörper werden vom Immunsystem gebildet und sollen eine Krankheit zielgerichtet bekämpfen.

Da viele weitere Krankheiten Lahmheit, Fieber oder Lymphknotenschwellungen verursachen können, werden auch weitere Krankheiten abgeklärt.

Außerdem sollte eine Urinuntersuchung stattfinden, denn in seltenen Fällen entwickeln infizierte Hunde eine Nierenentzündung.

Daneben gibt es die Möglichkeit, den Erreger direkt nachzuweisen, z. B. aus Hautproben dicht am Zeckenstich oder eines betroffenen Gelenkes. Leider ist dies oft nicht möglich.
Werden jedoch Erreger in solch einer Probe festgestellt, gilt der Verdacht als gesichert.

Wurden Antikörper gegen Borrelien im Blut festgestellt, muss das Ergebnis differenziert betrachtet werden. Denn es ist nicht gleichbedeutend mit einer Erkrankung. Es sagt lediglich, dass der Hund in der Vergangenheit bereits Kontakt mit dem Erreger hatte.

Borreliose_Zecke_Hund

Behandlungsmöglichkeiten

Wenn sich der Verdacht einer Borreliose bestätigt hat, kann diese mittels einer Antibiotikagabe behandelt werden. Da die Erreger sehr widerstandsfähig sind, müssen die Tabletten über einen längeren Zeitraum verabreicht werden (mindestens 4 Wochen).

Je früher bei einer Borreliose mit der Behandlung gestartet wird, desto erfolgversprechender ist sie.

Leider können Hunde, die erfolgreich behandelt wurden, zu einem späteren Zeitpunkt wieder an Borreliose erkranken.

Zusätzlich zur klassischen Antibiotikatherapie und ggf. weiteren Medikamenten, z. B. gegen Gelenkentzündungen, sollten das Immunsystem und die körpereigenen Abwehrkräfte gestärkt werden.
Diese spielen bei der Bekämpfung einer Borreliose eine entscheidende Rolle.
Denn nur ungefähr 5-10 % aller Hunde, die mit Borrelien infiziert werden, erkranken auch an einer Borreliose. Verfügt der Hund über ein starkes Immunsystem und leidet an keinen zusätzlichen Krankheiten, kann sich der Körper effektiv gegen die Bakterien wehren.

Wie schütze ich meinen Hund gegen Borreliose?

Den besten Schutz bieten sogenannte Anti-Zeckenmittel. So wird dein Hund effektiv gegen mögliche Zeckenstiche geschützt. Wende die Zeckenmittel regelmäßig an, denn nur so ist ein durchgehender Schutz möglich.
Gleichzeitig solltest du deinen Hund nach jedem Spaziergang auf Zecken untersuchen.
Findest du eine Zecke, sollte diese so schnell wie möglich entfernt werden.

Wie entferne ich eine Zecke richtig?

Hat eine Zecke erst einmal zugestochen, sollte sie so schnell wie möglich entfernt werden. Nutze dafür eine Zeckenzange, Zeckenkarte oder eine Zeckenschlinge.

Beim richtigen Entfernen beachte bitte folgende Dinge:

  • Greife die Zecke immer so dicht wie möglich an der Haut
  • Ziehe sie mit einem gleichmäßigen Zug heraus. Vermeide ein ruckartiges Herausziehen!
  • Desinfiziere nach dem Entfernen die Stichstelle
  • Entsorge die Zecke richtig (zerquetschen oder verbrennen)
  • Beobachte die Stichstelle in den folgenden Tagen

Neben der Borreliose können auch weitere Infektionskrankheiten durch Zecken übertragen werden. Mehr Informationen dazu kannst du in unserem Blogbeitrag „Wie gefährlich sind Zecken für unsere Haustiere“ nachlesen.


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